Warum Alltagsradeln zählt – und weshalb gute Infrastruktur dafür unverzichtbar ist
Seit Sonntag, 28. Juni, läuft im Landkreis Rastatt wieder das Stadtradeln. Bis zum 18. Juli sammeln Bürgerinnen und Bürger Kilometer für ein klimafreundliches Mobilitätsverhalten. Die Aktion zeigt jedes Jahr eindrucksvoll, wie viel Potenzial im Alltagsradeln steckt – auch bei uns im ländlichen Raum.
Den Anfang macht Au am Rhein: 15 Radelnde in 3 Teams sammelten 3.035 Kilometer – ein kleineres Team, aber ein wertvoller Beitrag zur gemeinsamen CO₂‑Vermeidung im Landkreis.
Bietigheim hat ein starkes Zeichen gesetzt: 50 aktive Radelnde in 5 Teams erradelten 6.784 Kilometer und vermieden damit rund 1 Tonne CO₂.
Durmersheim war erneut Spitzenreiter im regioenergie‑Netzwerk: 63.351 Kilometer, erradelt von 256 aktiven Teilnehmenden in 13 Teams, bedeuten eine CO₂‑Vermeidung von rund 10 Tonnen. Damit belegte Durmersheim kreisweit unter den Kommunen mit weniger als 20.000 Einwohnern den 1. Platz.
Auch Elchesheim‑Illingen hat sich engagiert gezeigt: 36 aktive Radelnde in 4 Teams erradelten 11.705 Kilometer und vermieden damit rund 1 Tonne CO₂.
Muggensturm gehört zu den stärksten Teilnehmerkommunen im Landkreis: 257 aktive Radelnde in 8 Teams sammelten beeindruckende 43.041 Kilometer und vermieden damit rund 7 Tonnen CO₂.
Ötigheim erzielte ebenfalls ein hervorragendes Ergebnis: 22.138 Kilometer, erradelt von 79 aktiven Radelnden in 12 Teams, führten zu einer CO₂‑Vermeidung von rund 3.631 Kilogramm.
Und Steinmauern hat ein besonders starkes Zeichen gesetzt: 80 aktive Radelnde in 6 Teams erradelten 9.278 Kilometer und vermieden damit rund 2 Tonnen CO₂.
Diese Ergebnisse zeigen eindrucksvoll, wie engagiert die Menschen in unseren Gemeinden bereits heute zur Mobilitätswende beitragen.
Viele Wege des täglichen Lebens sind kurz: zur Arbeit, zur Schule, zum Einkaufen oder zu Freunden. Ein großer Teil dieser Strecken lässt sich problemlos mit dem Fahrrad bewältigen. Wer häufiger aufs Rad umsteigt, entlastet nicht nur die Umwelt, sondern auch die Straßen: weniger Verkehr, weniger Lärm, weniger Stau. Gleichzeitig fördert Radfahren die Gesundheit und spart Kosten.
Zahlen und Fakten zum Stadtradeln und zum Alltagsradeln:
- Beim Stadtradeln werden bundesweit jedes Jahr über 100 Millionen Kilometer erradelt.
- Damit werden mehr als 15.000 Tonnen CO₂ vermieden – allein durch Alltagswege, die sonst oft mit dem Auto gefahren würden.
- Rund 30 % aller Autofahrten in Deutschland sind kürzer als 5 Kilometer – eine ideale Distanz fürs Fahrrad.
- Schon 3 Kilometer Radfahren pro Tag sparen im Jahr rund 150 Liter Kraftstoff und verbessern die persönliche Fitness spürbar.
- Kommunen, die Radverkehr fördern, berichten von bis zu 20 % weniger innerörtlichem Pkw‑Verkehr auf kurzen Strecken.
Diese Zahlen zeigen: Radfahren ist ein wirksamer Beitrag zur Mobilitätswende – und zwar nicht irgendwann, sondern heute, im Alltag.
Damit aber möglichst viele Menschen aufs Rad umsteigen, braucht es eine Infrastruktur, die Sicherheit und Komfort bietet. Dazu gehören durchgängige Radwege, klare Beschilderung, sichere Querungen an Hauptstraßen und ausreichend Abstellmöglichkeiten. Wo Radfahren angenehm und sicher ist, wird es auch genutzt – das belegen alle Erfahrungen aus Städten und Gemeinden, die konsequent auf moderne Radverkehrsplanung setzen.
Das Stadtradeln erinnert uns jedes Jahr daran: Mobilitätswende beginnt im Alltag. Jeder Kilometer zählt – und jede Verbesserung der Radwege macht es leichter, das Fahrrad selbstverständlich zu nutzen.