Rückblick auf die Veranstaltungen zur geplanten Amazon-Ansiedlung in Bietigheim

Rückblick: Diskussion zur Amazon‑Ansiedlung in Bietigheim

Am 25.6. und 30.6. hatte der B90/Grüne OV Südhardt interessierte Bürger jeweils in Bietigheim und Muggensturm zu einem Offenen Austausch eingeladen. Thema war die geplante Ansiedlung von Amazon in Bietigheim.

Zur Vorbereitung hatten wir vorab ein Papier veröffentlicht, in welchem das Projekt skizziert und insbesondere die potenziellen Argumente Pro und Contra gegenübergestellt wurden. Uns war es wichtig, unvoreingenommen, sachlich und auf Fakten basierend eine objektive Gesprächsgrundlage zu schaffen.

Als potenzielle Vorteile wurden erhebliche Einnahmen genannt, die die Gemeinde Bietigheim erzielen kann um anstehende Projekte zu finanzieren. Auch neu entstehende Arbeitsplätze und eine Verbesserung des ÖPNV standen neben anderen Argumenten auf der Pro-Seite.

Andererseits muss aber auch der Flächenverbrauch, die zusätzliche Verkehrsbelastung und insbesondere der Verlust eines bestehenden Waldstücks als deutliche Gegenargumente gesehen werden. Zudem wird das Unternehmen selbst als Konsum-Treiber und schwieriger Arbeitgeber kritisch gesehen.

Während der Diskussion wurde schnell klar, dass die Einladung hauptsächlich bei Kritikern auf Resonanz gestoßen war. So wurden die möglichen Einnahmen durch die Forderung nach sparsamer Haushaltsführung relativiert. Auch ist zu erwarten, dass Amazon alle Automatisierungspotenziale ausschöpfen wird und damit die in Aussicht gestellte Anzahl von Arbeitsplätzen als zu optimistisch eingeschätzt werden muss. Am schwersten wog der geplante Waldverlust. Auch die Aussicht, dass als Ausgleichsmaßnahme mehr Wald angepflanzt werden soll, als auf dem zu entwickelnden Gelände verloren gehen soll, konnte die Skeptiker nicht überzeugen.

Bei der in Teilen doch emotional geführten Debatte ging es gegen Ende gar nicht mehr um Argumente Pro oder Contra, sondern um die Frage wie die Ansiedlung von Amazon abgewendet werden kann.

Als Grüne in der Region sehen wir unsere Aufgabe in der Aufbereitung der Fakten sowie der Begleitung der BürgerInnen und ihrer Interessen. Eine Meinung muss sich allerdings jeder selbst bilden.